Bei den sogenannten Amtsdelikten unterscheidet man zwischen echten und unechten Amtsdelikten.

Echte Amtsdelikte (auch eigentliche Amtsdelikte) sind Straftaten, die nur unter Missbrauch der Position des Amtsträgers begangen werden können:

  • Aussageerpressung (§ 343 StGB)
  • Falschbeurkundung im Amt (§ 348 StGB)
  • Gebühren- und Abgabenüberhebung und Leistungskürzung (§ 352, § 353 StGB)
  • Rechtsbeugung (§ 339 StGB)
  • Vorteilsnahme und Bestechlichkeit (§ 331, § 332, § 335 StGB)
  • Vollstreckung bzw. Verfolgung gegen Unschuldige (§ 344, § 345 StGB)
  • Verletzung von Dienst- und Steuergeheimnissen (§ 353b, § 355 StGB)

Als unechte Amtsdelikte werden Delikte bezeichnet, die allgemein strafbar sind, bei Amtsträgern jedoch zu einem höheren Strafmaß führen. Für diese Unterart existieren eigene Strafvorschriften:

  • Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB)
  • Gefangenenbefreiung im Amt (§ 120 Abs. 2 StGB)
  • Strafvereitelung im Amt (§ 258a StGB)
  • Verwahrungsbruch im Amt (§ 133 Abs. 3 StGB)
  • Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung (§ 174b StGB)
  • Nötigung unter Missbrauch der Amtsbefugnisse oder der -stellung (§ 240 Abs. 4 Nr. 3 StGB)
 
Zu beachten ist, dass neben der strafrechtlichen Ahndung gegebenenfalls auch disziplinarische Folgen drohen.