Das Amtsgericht München, Aktenzeichen 1111 Ds 363 Js 225683/16, hat mit einem Urteil vom 26.03.2018 einen 43-jährigen angeklagten Zahnarzt wegen unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Angeklagte hatte im Rahmen der Hauptverhandlung vor der zuständigen Strafrichterin eingeräumt in insgesamt acht Fällen zwischen September 2014 und Januar 2015 über das Darknet bei zwei ihm nur unter ihren Pseudonymen bekannten Händlern zwischen 1g und 10g Kokain bestellt zu haben.

Die zuständige Ermittlerin vom Zollfahndungsamt gab im Rahmen ihrer Zeugenvernehmung an, dass aufgrund der bei den Darknethändlern gefundenen Bestelllisten die Ermittlungen sich auch gegen den Angeklagten gerichtet hatten. Die Lieferungen seien wie üblich nicht direkt an die Adresse des Angeklagten gegangen.

Das Gericht wertete zugunsten des Angeklagten sein umfassendes von Reue und Schuldeinsicht getragenes Geständnis. Ferner sei der Angeklagte vom Strafverfahren sichtlich beeindruckt. Ebenfalls für den Angeklagten sprach die Tatsache, dass die Taten bereits längere Zeit her waren.

Zu Lasten des Angeklagten wurden seine (wenn auch nicht einschlägigen) Vorstrafen berücksichtigt. Ebenfalls strafschärfend berücksichtigt wurde die Tatsache, dass es sich um eine Vielzahl von Taten handelte, die kurz hintereinander begangen wurden. Die letzten beiden Lieferungen von 10 Gramm waren zudem jeweils erheblich und nur knapp unter der nicht geringen Menge.

Als Bewährungsauflage setzte das Gericht die Zahlung von 6.000,00 Euro in Raten an eine gemeinnützige Einrichtung fest.

Urteil des Amtsgerichts München vom 26.03.2018, Aktenzeichen 1111 Ds 363 Js 225683/16

Gegen das Urteil haben sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.