Das Amtsgericht Düren hat mit einem Urteil vom 10.12.2010, Az.: 10 Ls-806 Js 644/10-275/10, einen Angeklagten wegen Ausspähens von Daten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Gericht stellte im Urteil fest, dass ein strafbares Ausspähen von Daten vorliegt, wenn der Täter mittels einer Software zum Entschlüsseln von Passwörtern an die Anmeldedaten verschiedener Nutzer von ICQ-Chats gelangt. Nach Ansicht des Gerichts gehöre zum Tatbestand weiterhin das Chatten im Zusammenhang mit der falschen Identität, mit welcher die Gesprächspartner aufgefordert werden, scheinbar harmlose Links zu öffnen, um so versteckte Schadsoftware zu installieren. Schließlich liege die Strafbarkeit vor, weil der Täter durch die Schadsoftware in der Lage sei, Bildaufnahmen der Personen an sich zu übersenden.

Im vorliegenden Fall wurde dem Angeklagten vorgeworfen sich des Ausspähens von Daten schuldig gemacht zu haben. Er gelangte mittels einer Software an die Anmeldedaten verschiedener Nutzer des Chat-Programms ICQ. Dabei meldete er sich mit seiner falschen Identität an und forderte seine vermeintlichen Freunde auf, gesendete Bilder oder Links zu öffnen, so dass sich im Hintergrund eine versteckte Schadsoftware installierte. Dadurch war es dem Angeklagten möglich, eine Webcam zu aktivieren und Bildaufnahmen der Personen an sich zu senden. Auf diesem Weg gelangte er in Besitz von vielen privaten und intimen Bildern.