Das zuständige Schöffengericht am Amtsgericht München hat mit einem Urteil vom 24.05.2019, Aktenzeichen 813 Ls 381 Js 206617/18,
einen 23jährigen Angeklagten wegen versuchten Betruges zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Im vorliegenden Fall rief am 29.10.2018 ein Unbekannter beim 75-jährigen Geschädigten in München an und gab sich als „Martin Renz von der Kriminalpolizei“ aus. Dabei teilte er diesem mit, dass er im Visier von Einbrecher sei und fragte ihn nach Wertgegenständen. Der Geschädigte verständigte daraufhin die Polizei. Am nächsten Tag wurde er erneut angerufen und gebeten 23.000 EUR von seiner Bank abzuholen, da das Geld kontrolliert werden müsse. Die Einbrecherbande würde mit einem Mitarbeiter der Bank des Geschädigten zusammenarbeiten, weshalb nunmehr der Verdacht bestünde, dass dort Falschgeld ausgegeben werde. Der Geschädigte ging zum Schein darauf ein.

Parallel dazu fuhr der Angeklagte auf Geheiß eines bisher Unbekannten von Berlin nach München, wo er gegen Zahlung von 1.000 EUR ein Päckchen entgegennehmen und nach Berlin bringen sollte. Während der Fahrt nach München hielt der Angeklagte fortwährenden Kontakt mit dem unbekannten Hintermann und tauschte sich mit diesem hinsichtlich des aktuellen Tatgeschehens aus. 

Gegen 21:15 Uhr wurde der Geschädigte, erneut angerufen und nunmehr dazu aufgefordert, sich zu seiner Haustür zu begeben und dort das abgehobene Bargeld an einen Polizeibeamten zu übergeben. Das Geld solle auf Fälschungsmerkmale überprüft werden. Nachdem der Angeklagte den Briefumschlag mit der vermeintlichen Tatbeute entgegen genommen hatte wurde er durch Einsatzkräfte in Zivil fest- und danach in Untersuchungshaft genommen. Dabei erkannte er, dass es sich bei dem Geschädigten um einen Rentner gehandelt hat.

Der Angeklagte zeigte sich geständig und gab über seine Verteidigerin an Geldschulden gehabt zu haben. Er sei dann in einer Spielothek angesprochen worden ob er bereit wäre für 1.000 EUR etwas abzuholen. Ihm sei es nur darum gegangen keine Drogen abzuholen.

Das Gericht wertete zu Gunsten des Angeklagten die Tatsache, dass er geständig war und sich bereits sieben Monate in Untersuchungshaft befunden hatte. Zu Lasten des Angeklagten berücksichtigte das Gericht mehrere wenn auch nicht einschlägige Vorahndungen und Vorstrafen, die Höhe des beabsichtigte Schadens und dass sich die Tat gegen ein älteres und gehbehindertes Opfer gerichtet hat.

Das Urteil ist rechtskräftig.