Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit einem Urteil vom 28.11.2019, Aktenzeichen: 6 K 1475/18, entschieden, dass ein Feuerwehrmann, der nach seinem Arbeitsvertrag verpflichtet ist, seinen Dienst an verschiedenen Einsatzstellen zu leisten, keine sogenannte „erste Tätigkeitsstätte“ hat. Daher kann er für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht nur die Entfernungs­pauschale, sondern die tatsächlichen Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen.

Im vorliegenden Fall ist der Kläger bei einer Landesbehörde als Feuerwehrmann angestellt. Er hat seinen Dienst nach besonderer Einzelweisung alternativ an vier verschiedenen Einsatzstellen zu verrichten. Im Streitjahr 2016 war er ausschließlich in einer 15 km von seinem Wohnort entfernten Feuerwache eingesetzt. In seiner Einkommenssteuererklärung machte der Kläger die Fahrten von seiner Wohnung zu dieser Feuerwache hin und zurück als Dienstreisen geltend. Dies wurde jedoch vom beklagen Finanzamt nicht erkannt. Stattdessen wurde in dem streitgegenständlichen Steuerbescheid lediglich die Entfernungspauschale anerkannt, da es sich vorliegend um Fahrten zu einer ersten Dienststätte gehandelt hätten.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz teilte jedoch die Rechtsauffassung des Klägers. Die an den 112 Tagen aufgesuchte Feuerwache sei nach Auffassung des Senats nicht als erste Tätigkeitsstätte im Sinne des § 9 Abs. 4 EStG anzusehen, da dies voraussetze, dass der Arbeitnehmer entweder einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers dauerhaft zugeordnet sei oder dort dauerhaft mindestens je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig werden solle. Dies sei vorliegend jedoch nicht der Fall. Nach seinem Arbeitsvertrag sei der Kläger nämlich verpflichtet seinen Dienst an vier verschiedenen Einsatzstellen zu leisten.