Das Sozialgericht Detmold hat mit einem Urteil vom 15.11.2017, Aktenzeichen: S 5 KR 266/17, entschieden, dass eine Krankenkasse auch bei verspäteter Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch den Arzt Krankengeld an Versicherte zahlen muss.

Im vorliegenden Fall war die Klägerin auch nach Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraums krankgeschrieben. Daher hatte sie sich rechtzeitig von ihrem Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeit attestieren lassen. Die entsprechende Bescheinigung wurde ihr jedoch nicht ausgehändigt, sondern an die beklagte Krankenkasse übersandt. Als die Bescheinigung erst nach Ablauf der einwöchigen Meldefrist bei der Beklagten einging, verweigerte diese die Zahlung von Krankengeld für die Zeit bis zur Vorlage der Bescheinigung.

Zu Unrecht, wie nun die 5. Kammer des Sozialgerichts Detmold entschied.

Zwar seien Versicherte grundsätzlich selbst verpflichtet, für den rechtzeitigen Zugang der Bescheinigung bei der Krankenkasse zu sorgen, jedoch sei im vorliegenden Fall eine Ausnahme zu machen. Der Hausarzt sei vorliegend verpflichtet gewesen, die Bescheinigung rechtzeitig an die Krankenkasse zu übersenden. Treten hierbei Verzögerungen auf, müsse sich diese die Krankenkasse zurechnen lassen. Die Klägerin habe sich vorliegend auch darauf verlassen können, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig bei der Beklagten zu geht. Die Klägerin habe keine Möglichkeit gehabt, für den rechtzeitigen Zugang der Meldung zu sorgen. Sie sei insbesondere nicht verpflichtet gewesen, die Krankenkasse über das Fortbestehen der AU auf andere Weise zu informieren.