Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat mit einem Urteil vom 29.10.2019, Aktenzeichen: L 4 KR 457/16, entschieden, dass eine Laser-Epilation der Beine auch bei Jugendlichen keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Im vorliegenden Fall beantragten zwei Geschwister (16 und 17 Jahre) bei der beklagten Krankenkasse die Kostenübernahme für eine Haarentfernung mittels Laser-Epilation. Beide leiden an ausgeprägtem Haarwuchs an den Beinen (med.: Hypertrichose).

Die Krankenkasse lehnte den Antrag ab. Sie führte dazu aus, dass eine Haarentfernung von Körperteilen, die mit normaler Kleidung bedeckt werden könnten, nicht übernommen werden könne. Nur eine Enthaarung von Gesicht und Händen könne im Einzelfall bezahlt werden. Eine temporäre Entfernung könne durch Rasur, Wachs oder Cremes erfolgen.

Gegen die Ablehnung erhoben beide nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage. Beide gaben an, dass sie sehr unter ihrem Aussehen leiden würden. Beim Schulsport und beim Schwimmen könne nicht auf lange Kleidung verwiesen werden. Im Sommer wolle man zudem kurze Hosen tragen. Eine einfache Rasur oder Enthaarungscremes würden sie nicht vertragen.

Der 4. Senats des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen bestätigte jedoch die Rechtsauffassung der Krankenkasse. Nach dem Leistungskatalog der GKV bestehe kein Anspruch auf eine Laser-Epilation. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) habe keine positive Empfehlung über den diagnostischen und therapeutischen Nutzen der Behandlungsmethode abgegeben. Der Umfang der von den Krankenkassen geschuldeten Leistungen sei in Richtlinien verbindlich festgelegt und sei auch für die Gerichte bindend.

Aus diesem Grund konnte das Gericht auch die Frage offenlassen, ob eine starke Beinbehaarung als „Krankheit“ im Rechtssinne anzusehen ist.