Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit einem Urteil vom 18.09.2019, Aktenzeichen: 3 K 2083/18, entschieden, dass ein Steuerpflichtiger, der an einer Biografie über das Leben und Wirken seines Vaters arbeitet, aber sonst nicht weiter schriftstellerisch tätig ist bzw. werden möchte, keine Gewinn­erzielungs­absicht hat und die Kosten seiner Recherchen daher nicht steuerlich absetzen kann.

Im vorliegenden Fall war der Vater des Klägers vor und nach dem Zweiten Weltkrieg u.a. als Schauspieler, Regisseur und Filmeditor tätig. Der Kläger arbeitete an seiner Biografie und machte den ihm ab dem Jahr 2011 für Recherchearbeiten entstandenen Aufwand (bis 2016 waren dies rund 20.500 Euro) als Verluste steuerlich geltend. Diese Verluste wurden von dem beklagten Finanzamt jedoch nicht anerkannt.

Eine dagegen erhobene Klage blieb erfolglos.

Nach Auffassung des Senats sei bei Schriftstellern zwar zu berücksichtigen, dass sich ähnlich wie bei Künstlern positive Einkünfte vielfach erst nach einer längeren Anlaufzeit erzielen ließen. Anlaufverluste seien jedoch dann steuerrechtlich nicht anzuerkennen, wenn eindeutig feststehe, dass der Steuerpflichtige von vornherein nicht willens oder in der Lage sei, nachhaltige Gewinne zu erzielen. Gerade dies sei jedoch, so das Gericht im Urteil, hier gegeben. Vorliegend bestünden zwar keine Zweifel daran, dass der Kläger seit 1993 das Leben und berufliche Wirken seines Vaters erforsche. Diese Recherchen würden allerdings offensichtlich nicht in ein wirtschaftlich verwertbares Buch münden. In der Zeit von 1993 bis 2019 habe der Kläger lediglich einen erweiterten Lebenslauf und eine Auflistung der beruflichen Tätigkeiten seines Vaters erstellt. Ebenfalls sei es völlig unklar, wie der Kläger ein etwaiges Manuskript vermarkten wolle. Zwar habe er mittlerweile die Absicht das Leben seines Vaters dokumentarisch zu verfilmen und beabsichtige ferner dessen Nachlass wirtschaftlich zu verwerten, jedoch sei es vorliegend zweifelhaft ob die erfolgsversprechend sei. Darüber hinaus habe der Kläger nicht dargelegt, dass er dieses Vorhaben bereits in den streitgegenständlichen Jahren beabsichtigt habe.