Rechtsanwälte Motzenbäcker & Adam

Fahrlässige Körperverletzung

M & A

Freiheitsstrafe wegen Anstiftung zu einer Falschaussage

Mit einem Urteil vom 08.02.2019 hat das Amtsgericht München, Aktenzeichen 813 Ds 274 Js 193453/18, eine 32-jährige Angeklagte aus München wegen versuchter Anstiftung zur Falschaussage – unter Einbeziehung der vorangegangenen Verurteilung vom 07.08.2018 wegen fahrlässiger Körperverletzung – zu einer Bewährungsstrafe von 7 Monaten verurteilt. Als Bewährungsauflage wurden ihr einhundert Stunden gemeinnützige Arbeit auferlegt.

Im vorliegenden Fall ging die Angeklagte am 22.11.2017 mit ihrem Hund spazieren. Dabei führte sie diesen unangeleint aus, obwohl das Gelände dort unübersichtlich war und ihr das Kreisverwaltungsreferat München bereits im Jahr 2015 aufgegeben hatte, den Hund in unübersichtlichem Gelände nur mit einer kurzen Leine auszuführen. Als ein dreizehnjähriger Junge über einen Zaun sprang und der Hund dieses Geräusch hörte, biss er diesem in den linken Oberschenkel. Der Junge musste wegen der Bissverletzung fünf Tage stationär im Krankenhaus behandelt bzw. beobachtet werden. Er hat nun Angst vor Hunden und zwei deutlich erkennbare punktförmige Narben am Oberschenkel. Von der Versicherung der Verurteilten hat er zwischenzeitlich ein Schmerzensgeld von 2.000 € erhalten.

Im Rahmen der folgenden Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht München am 07.08.2018 gab die Angeklagte an, dass der Hund angeleint gewesen wäre und sich losgerissen hätte. Dabei hatte die Angeklagte im Vorfeld der Verhandlung einen Bekannten gebeten dies wahrheitswidrig zu bestätigen und für sie eine Falschaussage zu machen. Dieser gab dann tatsächlich vor Gericht an, dass der Hund angeleint gewesen wäre und sich losgerissen hätte. Erst als er seitens des Gerichts nochmals auf seine Wahrheitspflicht hingewiesen wurde und über die Folgen eines Meineids belehrt wurde, gab er letztendlich zu, dass der Hund nicht angeleint gewesen war. Die Angeklagte wurde daraufhin wegen  fahrlässiger Körperverletzung rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 € verurteilt.

In der nun folgenden Verhandlung wegen versuchter Anstiftung zur Falschaussage legte die Angeklagte ein vollumfassendes Geständnis ab. Als Grund für ihr Verhalten gab sie an Angst davor gehabt zu haben, dass man ihr den Hund wegnehmen würde.

Aufgrund dieses Geständnisses und der Reue der Angeklagten konnte es das Gericht bei einer Bewährungsstrafe belassen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Bewährungsstrafe für Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung

Das Amtsgericht Zweibrücken hat einen angeklagten Jäger aus dem Landkreis Kaiserslautern wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, ausgesetzt auf Bewährung verurteilt.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme und der Einholung eines Sachverständigengutachten stand für das Gericht zur Überzeugung fest, dass der Angeklagte bei einer Jagd seine Sorgfaltspflicht verletzt hatte. Er habe in das Maisfeld geschossen, ohne dass er es einsehen konnte. Dabei traf er einen 56-jährigen Mann im Knie, der Wildschweine aus dem Maisfeld treiben wollte. Der Angeklagte gab an, dass sich der Schuss in Folge eines Muskelkrampfes versehentlich gelöst habe.

Der Geschädigte kann wegen der Knieverletzung weder lange stehen noch sitzen. Deshalb muss der Jäger als Bewährungsauflage drei Jahre lang jeden Monat 300 Euro an ihn zahlen.

Einer Entziehung seines Waffenscheins kam der Angeklagte zuvor. Er hat diesen freiwillig abgegeben.